Peace

Petama Thema November

'Persönlichkeiten der Diener Gottes - 3

aus Hazrat Inayat Khan:

'Message Papers vom 14. Juli 1925'

(siehe auch Forum)

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Denkt also daran, meine Mureeds, dass Eure Aufgabe, an diesem Ideal festzuhalten, aufgrund der Pionierarbeit und unserer geringen Zahl sehr schwierig sein wird.

Doch ist jemals jemand herangewachsen, ohne zuvor ein Kind gewesen zu sein – sei es ein Mensch oder eine Bewegung? Alles wächst zunächst als etwas Kleines und entwickelt sich erst später zu jener Breite und Höhe, die ihm bestimmt ist.

Was wir brauchen, ist geduldiges Vertrauen und unermüdliche Arbeit, um die Botschaft voranzubringen.

Und nun kommen wir zu der Frage der beiden Standpunkte, die Mitarbeiter der Sufi-Bewegung vertreten.

  • Manche vertreten die Ansicht, dass etwas, das einen heiligen Charakter hat, von Wert und Bedeutung ist, verborgen bleiben muss und der Menschheit nur langsam, bedacht und mit größter Rücksichtnahme nähergebracht werden darf. Andernfalls könnte es verdorben oder zerstört werden.

  • Und da sind die anderen, sie sagen: ‘Was wir schätzen, was wir für wichtig halten, muss verbreitet werden, muss der Öffentlichkeit nahegebracht werden. Was spielt es für eine Rolle, ob sie daran glauben; reicht das nicht aus?’

Nun gibt es in beiden Ansichten sowohl Richtiges als auch Falsches. Das Richtige liegt in der Notwendigkeit, dass wir etwas langsam und behutsam der Welt näherbringen müssen, dass wir nie taktvoll und rücksichtsvoll genug sein können, wenn es darum geht, etwas zu vermitteln, das zerbrechlich und heilig ist und zur inneren Wahrheit gehört. Aber sie irren sich in der Annahme, dass es dadurch zerstört werden würde.

Was zerbricht, kann nicht wahr sein. Was wahr ist, kann niemals zerbrechen, daher brauchen sie nicht zu befürchten, dass es zerbrechen wird. Wenn es tausendmal zerbricht, wird es tausendmal wieder ganz werden. Es wird wieder aufsprießen; es lässt sich nicht fällen. Der Baum der Wahrheit lässt sich niemals fällen. Und deshalb muss unser Mut so groß sein, dass wir sagen: ‘Selbst wenn alle gegen mich wären, werde ich es dranbleiben. Ich fürchte nicht, dass es etwas ist, das zerbrechen könnte. Nein, es liegt in der Natur der Sache, dass es, wenn es zerbricht, wieder ganz wird.’ Die Symbolik dafür ist der Phönix: Wenn er verbrennt, bleibt das Ei des Phönix zurück, aus dem er wieder neu hervorkommt.

Erst dann wird der Arbeiter in der Lage sein, die Botschaft weiter zu verbreiten, wenn er diesen Glauben hat. Ganz gleich, welche Schwierigkeiten auftauchen und sie ihn hinwegfegen mögen – die Botschaft wird nicht hinweggefegt werden. Sie ist dazu bestimmt, weitergegeben zu werden, und sie wird weitergegeben werden. Nichts kann sie zerstören. Ein Verlust entsteht lediglich für den Mitarbeiter, der trotz all seines guten Willens eine Gelegenheit verpasst, etwas für die Botschaft zu tun. Doch aus Angst, dass es vielleicht nicht das Richtige sein könnte, verspielt er seine Chance, der Sache zu dienen.

Und das Falsche beim Menschen, der sagt: ‘Ja, es muss getan werden’, ist Folgendes: Wenn er ungeduldig ist, wenn er aus Liebe und Hingabe zur Sache glaubt, dass die gesamte Verbreitung, die gesamte Vollendung und die ganze Erfüllung des Werkes noch heute geschehen müssten, dann hat er nicht verstanden – wie ein begeistertes Kind ist er zwar begeistert, doch ist er sich nicht bewusst, dass es Zeit braucht, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Und dieses Etwas, das eigentliche Ergebnis, liegt weiter entfernt, als wir es vielleicht erwarten, obwohl sich jeden Tag in der einen oder anderen Form ein Ergebnis manifestiert.

Deshalb müssen wir Geduld damit haben, arbeiten und uns niemals um Ergebnisse kümmern. Wir müssen um des Werkes willen arbeiten.

Wenn dann natürlich jemand in der äußeren Arbeit seinen Freund, seine Nachbarn und seine Bekannten drängt: ‘Komm her, hört zu, nehmt es an, glaubt daran, folgt dem’, dann treibt er andere in den Wahnsinn. Denn es erfordert großes Feingefühl, viel Fingerspitzengefühl und Feinheit. Denn genau jene Menschen, die heute große Arbeiter im Sufi-Werk sind, wären gar nicht erst zu unserem Werk gekommen, wenn wir ihnen nicht mit gebührendem Fingerspitzen-gefühl und Rücksichtnahme begegnet wären. Heute sind sie großartige Mitarbeiter.

Und nun stellt sich die Frage: ‘Welchen Pfad sollte wir dann am besten einschlagen?’ Und meine Antwort lautet: ‘den Pfad, der zu Eurem individuellen Selbst passt. Wenn Ihr den Mut verspürt, dass das Werk verbreitet werden muss, wirst du diesen Pfad taktvoll beschreiten; doch mache einem anderen, der eine andere Neigung hat, keinen Vorwurf. Und jener, der sagt: ‘Ich werde es langsam angehen lassen, ich werde mich zurückhalten’, – wenn diese Person versucht, auf diese Weise ihr Bestes zu geben, hat auch das einen gewissen Wert. Wenn wir einander nicht gegenseitig unsere Prinzipien aufzwingen, dann können wir unserer eigenen Art und Weise, für das Werk zu arbeiten, folgen.

Nur sollten wir alle, wenn wir uns für die Sache einsetzen, daran denken, dass das Leben uns eine Chance, Möglichkeiten öffnet. Gott segne euch.


Kiefern, was bedeuten eure Äste?

– Hände, die sich vom Himmel her ausstrecken, um die Erde zu segnen.

 

Kiefern, wozu seid ihr geschaffen?

– Wir sind Tempel, die für die Verehrer Gottes in der Natur errichtet wurden.

 

Kiefern, verratet mir das Geheimnis eures Lebens.

 – Wir sind die Schatten der Seelen am Kreuz,

die geduldig auf die Stunde ihrer Befreiung warten.

 

Gayan - Tanas


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