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Petama Forum August 'Unser göttlicher und unser menschlicher Teil -1' aus Hazrat Inayat Khan: 'Healing Papers' |
Nicht nur in der heutigen Zeit, sondern auch in vergangenen Epochen war das Erste, was uns Menschen bewusst wurde, unsere eigene begrenzte, aus Materie bestehende Existenz, die wir ‘Ich’ nennen. Darin liegt keine Schuld; es liegt daran, dass Religionen mit der Absicht ausgelegt wurden, Menschen zu beherrschen und sie im Griff derer zu halten, die ihre Bedeutung zu Verstehen beanspruchen. Priester haben den Menschen nur sehr wenig Verständnis zugestanden, und alles andere haben sie für sich behalten. Sie sagten: ‘Ihr seid gewöhnliche Wesen. Gott ist viel zu erhaben, als dass ihr Ihn verstehen könntet. Wir sind diejenigen, die mit Ihm kommunizieren können, wir können ihn verstehen, doch ihr müsst da bleiben, wo ihr seid.’ Sein ganzes Leben lang kämpfte Buddha vehement dagegen an. Wenn jemand mit ihm über einen Geist oder Gott sprach oder ein heiliges, Inneres Leben zur Schau stellen wollte, sagte er: ‘Ich glaube nicht daran.’ Doch dies war sehr extrem, denn es führte viele Menschen in einen anderen Irrtum: Es veranlasste sie zur Überzeugung, es gäbe keinen Gott, keinen Geist. Ein weiterer Grund für diese Trennung war, dass es schon immer eine Neigung jener war, die dieselbe Denkweise, denselben Glauben oder dasselbe Weltbild teilten, sich zu einer Gruppe, zu einer Gemeinschaft zusammenzuschließen, um sich gegenseitig in ihren Gedanken zu bestärken. Auf diese Weise grenzten sie sich vom Rest der Menschheit ab. Ein Mensch des Inneren Lebens hat nie blind geglaubt. Tatsächlich glaubt er gar nicht, sondern er erlebt. Er erlebt, dass er selbst das ganze Sein ist. Es gibt einen Vers eines hindustanischen Dichters, der lautet: Hinter dem menschlichen Antlitz verbarg sich Gott, und ich wusste es nicht. Ich verschleierte meine Augen und lebte von der Wahrheit getrennt, ich wusste es nicht. Es ist ein sehr schöner Vers, er hat eine tiefe Bedeutung. Wir alle haben einen göttlichen und einen menschlichen Teil. Ein Mensch besteht aus zwei Komponenten: Geist und Materie. Der Geist ist der feinere Teil, die Materie der gröbere; der feinere Teil, der Geist, hat sich in den gröberen Teil verwandelt. Der eine Teil ist das äußere, begrenzte Selbst, das wir sehen, der andere ist das unbegrenzte Wesen. Unser äußeres menschliches Selbst besteht aus den fünf Elementen, doch in Wirklichkeit sind Menschen viel größer und reichen viel weiter, als wir gemeinhin glauben. Wenn beispielsweise jemand vor einem Publikum steht, scheint er von einer bestimmten Größe; doch wenn er spricht, ist er so groß wie der Bereich, zu dem seine Stimme reicht. Auch wenn ein Freund oder ein geliebter Mensch Tausende von Meilen entfernt sein mag, wird er unsere Verbundenheit und unsere Zuneigung spüren. Das Gefühl entsteht hier, manifestiert sich jedoch dort. Das zeigt, dass wir in unseren Gefühlen noch größer sind. Es gibt viele Gedanken, die den Menschen berauschen; viele Gefühle wirken auf die Seele wie Wein, und es gibt keinen stärkeren Wein als Selbstlosigkeit.
Gayan - Chalas |
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