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Thema Februar Das Geheimnis des Geistes (2) aus Hazrat Inayat Khan: Religious Gatheka |
Beide Neigungen können wir in Menschen sehen, wenn wir sie verständnisvoll betrachten. Da gibt es Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben und nichts mehr tun in der Welt, und doch hält sich jedes Atom ihres Körpers, bewusst oder unbewusst am Geist fest, um jeden Augenblick zu erleben, der ihr Leben irgendwie verlängern kann. Und solange ihre Kraft ihnen erlaubt, den Geist festzuhalten, so lange leben sie; und so können sie bis in ein ganz hohes Alter leben. Dann können wir auch die andere Neigung erkennen, und dies sehen wir in jenen, die müde sind vom Leben. Ihnen ist dieses Leben auf Erden nicht mehr wichtig. Die Werte aller Dinge sind in ihren Augen kleiner geworden; sie sind vielleicht enttäuscht von diesen flüchtigen und wechselhaften Umständen. In ihrem Geist fühlen sie etwas ganz anderes als andere Menschen. Ihr Neigung ist, die physische Knechtschaft des Körpers aufzugeben, und sie wären froh, wenn der Geist von ihm getrennt wäre; und doch hält sich ihr Körper trotzdem unbewusst am Geist fest und hält sie am Leben, solange er festhalten kann. So wird der unwillige Geist vom Körper festgehalten. Zusammenfassend bedeutet der Tod eine Trennung vom Körper, der nichts als eine Hülle ist, der den Geist bedeckt. Und was folgt nach der Trennung? Der Körper, der vom Geist auf der Erde zurückgelassen wurde, lebt nicht mehr in dem Sinne, wie wir das Leben verstehen, doch lebt er trotzdem. Es ist wie bei einem Feuer im Ofen; auch wenn das Feuer ausgegangen ist, bleibt die Wärme noch da. Da ist nur noch der kleinste Grad von Geist, doch da ist Leben darin. Wo kein Leben ist, kann kein Leben geschaffen werden; das Leben muss aus dem Leben kommen, das Leben kann nicht aus dem Tod kommen. Lebende Geschöpfe wie Würmer oder Bakterien kommen aus einem toten Körper, und wie könnte Leben aus etwas kommen, wo kein Leben war? Da ist Leben; nicht im Sinn, wie wir es allgemein verstehen, doch lebt es trotzdem. Es gibt nichts in dieser Welt, von dem wir sagen könnten, dass es ohne Leben oder tot sei. Alles, jedes Ding, das ohne Leben scheint, ist irgendwo lebendig. Und sogar wenn es zerstört wurde, ist es noch lebendig. Wenn Bakterien und Würmer aus dem toten Körper entstehen, denken wir, dass das Leben beendet sei. Doch es geht weiter, das Leben geht in verschiedenen Formen weiter. Es hat nie geendet; was geendet hat, ist diese Gefangenschaft, die wir als diese oder jene Person gekannt haben; doch die Existenz geht weiter, sogar die sterbliche Existenz, sogar die Hülle, die in Wirklichkeit nichts war. Trennung bedeutet, unfähig zu sein, einander zu sehen; es gibt keine andere Trennung. Wir müssen nicht den siebten Himmel erreichen können, um jenen nahe zu sein, die verstorben sind. Wenn sie uns wirklich am Herzen liegen, hält uns das Band unserer Liebe und Mitgefühls selber nahe bei ihnen. Zwei Menschen leben vielleicht im gleichen Haus, arbeiten zusammen, jeden Tag, jede Stunde, und doch mögen sie weiter auseinander sein als der Nordpol und der Südpol. Da gibt es Menschen, die durch die Bestimmung meilenweit voneinander getrennt sein mögen, so dass sie sich nicht treffen können wegen den schwierigen Lebensumständen; und doch können sie sich näher sein als alles andere. Wenn dies wahr ist, beweist es, dass jene, die im Geist vereinigt sind, in der Welt weit auseinandergesprengt sein mögen und doch so nahe, dass nichts zwischen ihnen stehen kann. Wenn daher jene, die von dieser Erde gegangen sind, eine Verbindung haben mit jemandem auf Erden, sind sie ihm genauso nahe. Nähe bedeutet Nähe im Geiste, nicht im physischen Körper. Es ist nicht eine bestimmte Religion, die Spiritualität im Menschen hervorbringt; Spiritualität hängt vom Einstimmen der Seele ab. Hazrat Inayat Khan: Gayan - Chalas |
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