Forum Februar

Was existierte vor der Schöpfung?

aus: Hazrat Inayat Khan -

Die Seele Woher und Wohin?

(siehe auch Thema)

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Vor der Schöpfung, was existierte da? Zat, die Wahre Existenz, das Einzige Wesen. In welcher Form? In keiner Form. Als was? Als Nichts. Die einzige Definition, die Worte geben können ist, ‘als das Absolute’. Die Sufis nennen diese Existenz Ahadiat.

Ein Bewusstsein erhob sich aus dem Absoluten, das Bewusstsein der Existenz. Da war nichts, wessen sich das Absolute hätte bewusst sein können, ausser der Existenz selber. Diese Stufe wird Wahdat genannt.

Aus diesem Bewusstsein der Existenz heraus entwickelte sich ein Sinn, der Sinn ‘Ich existiere’. Dies war eine Entwicklung des Existenzbewusstseins. Diese Entwicklung formte das erste Ego, den Logos, den die Sufis Wahdaniat nennen.

Mit dem Gefühl des Ichseins zog sich die angeborene Kraft des Absoluten sozusagen in sich selbst zusammen, mit anderen Worten, sie konzentrierte sich auf einen Punkt; so formte die alldurchdringende Ausstrahlung ihr Zentrum, das Zentrum, der göttliche Geist oder den Kern der Nuss, die Sufis nennen ihn Arwah. Dieses zentrale Licht teilte dann die Existenz in zwei Formen, Licht und Dunkelheit. In Wahrheit gibt es Dunkelheit gar nicht; da war nie Dunkelheit; da ist nur weniger Licht im Vergleich mit mehr Licht. Diese, Licht und Dunkelheit, formten ein Akasha oder Asman, ein Gefäss, eine Schale; und das Phänomen von Licht und Schatten, das durch dieses Gefäss wirkte, bewirkte weitere Manifestationen in eine grosse Anzahl von Gefässen, oder Akashas, oder Asman, das eine im Inneren des anderen.

Jeder Schritt, die die Schöpfung getan hat, brachte eine Vielzahl von Formen hervor, aus den unterschiedlichen Substanzen geschaffen in diesem Prozess des Geistes, der sich in Materie verwandelte. Das Wirken dieses Prozesses entspricht dem Gesetz der Schwingungen, dem Geheimnis von Bewegung; und die Ebene der bestimmten Formen der Natur heisst in der Sufisprache Asman. Aus diesen Formen entstand aus dem Mineralreich allmählich das Pflanzenreich, und aus dem Tierreich entwickelte sich der Mensch. Dies bot dem göttlichen Geist das Ajsam, die Körper, die er brauchte seit dem Zeitpunkt, an dem er sich in einem Punkt sammelte, und von da aus breiteten sich seine Strahlen als die unterschiedlichen Seelen aus.

Daraus erkennen die Sufis sechs eindeutige Schritte zur Manifestation hin. Die ersten drei nennen sie Tanzi, und die nächsten drei Tashbi; die ersten drei sind nicht wahrnehmbar, und die nächsten drei deutlich erkennbar.

Und da ist auch das Phänomen der vier Elemente, neben dem einen, das Ursprung und Ziel aller Elemente ist: Nur, Äther; so werden fünf daraus. Baad – Luft, Aetsh – Feuer, Aab – Wasser, Khaak – Erde. Diese Elemente haben zusammen gewirkt, das eine mit dem anderen, um die Ergebnisse hervorzubringen, wie die göttliche Weisheit, die hinter ihnen wirkt, sich dies wünschte. In jedem Akasha oder Asman sind sie vorhanden, entweder mehr oder weniger; das eine existierte nicht ohne das andere, die vier zusammen brachten das fünfte hervor. Auf diese Weise hat die ganze Schöpfung stattgefunden, durch einen stufenweisen Prozess der Entwicklung.

Die Schöpfung erfüllte die Hälfte ihrer Aufgabe in der Schöpfung des Menschen, in dem die Weisheit geboren wurde, alles, was es auf der Welt gibt, zu kontrollieren und zu seinem besten Gebrauch zu nutzen. Und in den Menschen ist der Zweck der Schöpfung vollständig erfüllt; besonders im Menschen, der sich auf seiner Reise zurück dieses Zweckes mehr und mehr bewusst wird, indem er seinen Horizont weitet und ein vollständigeres Leben lebt; der Mensch, der jene Verwirklichung erreicht hat, die Göttlichkeit genannt wird, und darin liegt die Erfüllung des Zweckes dieser ganzen Schöpfung.


Wenn ein flüchtiger Eindruck Unseres Bildes im Menschen aufscheint,

wenn Himmel und Erde erforscht werden im Menschen,

was gibt es dann in der Welt, das nicht im Menschen gefunden werden könnte? 

Wenn wir ihn nur erforschen, ist da so viel im Menschen.

 

Hazrat Inayat Khan: Gayan - Alankaras


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