Forum Mai

Das Verlangen nach Frieden - 1

aus: Hazrat Inayat Khan -

the Purpose of Life

(siehe auch Thema)

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Das Geheimnis hinter der ganzen Manifestation ist die Schwingung, Schwingung, die als Bewegung beschrieben werden kann. Die Unterschiede in den Schwingungen, wenn wir sie durch Linien teilen, bilden Existenzebenen, wobei jede Ebene in einem anderen Rhythmus schwingt. Wenn wir das Leben als Ganzes betrachten, können wir eine Linie ziehen, Anfang und Ende, oder Geist und Materie, oder Gott und Mensch. Wir werden feststellen, dass der Rhythmus, der an dieser Linie beginnt, frei und ungestört ist, und der Rhythmus, der am Ende dieser Linie zu spüren ist, grob und verstörend ist. Diese beiden Rhythmen können wir als das Leben der Empfindungen und das Leben des Friedens bezeichnen.

Dies sind zwei gegensätzliche Dinge. Das Leben der Empfindung schenkt eine momentane Freude; das Leben, das erster Aspekt des Lebens ist, schenkt Frieden und gipfelt im ewigen Frieden. Eine Freude, wie groß sie auch sein mag, steigt und fällt; sie muss ihre Reaktion haben. Außerdem hängt sie von der Empfindung ab; und wovon hängt die Empfindung ab? Die Empfindung hängt vom äußeren Leben ab; es muss etwas außer uns geben, das die Empfindung verursacht. Doch Friede empfinden wir unabhängig davon in uns selbst; er ist nicht abhängig von äußerer Empfindung. Er ist etwas, das uns gehört, etwas, das unser eigenes Selbst ist

Wenn wir jemanden, der ständig in einer Art Aufregung weltlicher Freuden lebt, dem die Vorsehung alle erdenklichen Freuden gewährt hat, wenn wir diesen Mensch fragen würden: ‘Was wünschst du dir außer all dem, was du da erfährst und erlebst?’, so wird er sagen: ‘In Ruhe gelassen werden’. Wenn der Wahnsinn kommt, wenn er aus dem Gleichgewicht gerät, wird er sich nach neuen Empfindungen sehnen; doch wenn diese Leidenschaft abgeebbt ist, sehnt er sich in Wirklichkeit nach Frieden. Deshalb gibt es kein Vergnügen in der Welt, so groß, so interessant, so spannend, das uns jene Befriedigung schenken könnte, die der Friede allein uns geben kann. Ein Herrscher mag glücklich sein, mit seiner Krone auf dem Thron zu sitzen, mit vielen Dienern vor ihm; doch wirklich zufrieden ist er erst, wenn er allein ist. Alles andere gilt ihm nichts; es hat keinen Wert; das Wertvollste für ihn ist der Augenblick, in dem er allein ist.

Ich habe einmal den Nizam, einen großen Herrscher, in all seiner Größe gesehen, der die königliche Pracht um sich herum genossen hat, und dann wieder sah ich den gleichen Herrscher allein auf einem kleinen Teppich sitzen; und zu dieser Zeit war er er selbst. So ist es mit uns allen.

Köstliche Gerichte, süßer Duft, Musik, alle anderen Freuden in Linie und Farbe, Schönheit in all ihren Aspekten, die dem zu entsprechen scheinen was wir vom Leben erwarten, scheitern am Ende an jenem Frieden, die eine Seele in sich selbst erfährt, die sie als ihr eigenes, ihr Eigentum empfindet, was zu ihr gehört; etwas, das wir nicht außerhalb von uns selbst suchen müssen, wir können es in uns selbst finden können; etwas, das unvergleichlich größer und wertvoller ist als alles andere auf der Welt; etwas, das weder gekauft noch verkauft werden kann, von niemandem geraubt werden kann, und etwas, das heiliger und huldreicher ist als Religion oder Gebet. Denn jedes Gebet und jede Hingabe hat zum Ziel, diesen Frieden zu erreichen.

Ein Mensch, gut und freundlich, ein Mensch mit den besten Eigenschaften, höchst gelehrt und qualifiziert, stark und mächtig, kann nicht im inneren Frieden sein, wenn seine Seele nicht jenen Rhythmus erreicht hat, der der natürlicher Rhythmus seines Seins ist, ein Rhythmus, in dem allein die Zufriedenheit des Lebens lebt. Friede ist nicht Wissen, Friede ist nicht Macht, Friede ist nicht Glück, doch Friede ist all dies; und außerdem bringt Frieden Glück hervor, Friede inspiriert uns mit dem Wissen um das Sichtbare und Unsichtbare, und im Frieden finden wir die göttliche Gegenwart.  Nicht der Erregte siegt im ständigen Kampf des Lebens; es ist der Friedfertige, der alles annimmt, der alles vergibt, der alles versteht, der alle Dinge in sich aufnimmt


Wahrlich, das Herz, das den göttlichen Frieden empfängt, ist gesegnet.

 

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