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Ratgeber März Der Sufi, der mit einer Karawane reiste aus Hazrat Inayat Khan: In an Eastern Rosegarden |
Da ist die Geschichte eines Sufi, der mit einer Karawane durch Arabien reiste. Unter den Reisenden waren einige, die Geld dabei hatten für ihre Auslagen. Sie kamen zu einem Ort, der bekannt war dafür, dass Diebe auflauerten und alle vorsichtig sein sollten, weil schon früher viele Karawanen ausgeraubt worden waren. Dieser junge Sufi hatte auch etwas Geld dabei, doch er dachte bei sich: ‚Ich habe nichts, wo ich mein Geld aufbewahren könnte. So werde ich einen Mann suchen, dem ich es anvertrauen kann. Wem kann ich es zur sicheren Aufbewahrung geben?‘ Er fragte sich, ob es wohl irgendwo ein Dorf oder Haus gäbe, doch das Einzige, was er sehen konnte, war ein Zelt, das etwas weiter weg vom Rastplatz der Karawane lag. So ging er dahin und fand einen Mann, der im Zelt sass und seine Pfeife rauchte. Er ging zu ihm hin und sagte: ‚Mein Herr, ich kenne Sie nicht, doch habe ich gehört, dass es da Diebe gibt und viele Karawanen ausgeraubt wurden; ich bin ein armer Mann. Ich dachte, ich muss mein Geld beschützen, und wenn ich nur jemanden finden könnte, dem ich trauen kann; und jetzt habe ich dieses Zelt gefunden, und habe das sichere Gefühl, dass ich es Ihnen anvertrauen soll‘. So liess er seinen Geldbeutel zurück und ging wieder zur Karawane. Als er ankam, sah er, dass die Karawane wirklich ausgeraubt worden war und alle ihr Geld verloren hatten. Und er war so froh, dass er dem entgangen war. Sie alle jammerten und betrauerten ihren Verlust; und er dachte, dass zumindest er selber in Sicherheit geblieben war. Dann begannen die anderen, ihm die Räuber zu beschreiben, wie viele gekommen waren und was geschehen war. Er ging zum Zelt zurück, um sein Geld abzuholen. Er fand den gleichen Mann, der da rauchte, doch viele andere Männer sassen nun um ihn herum, weil sich herausstellte, dass er der Anführer der Räuber war. Alle anderen sassen herum, stritten sich um die Beute, und der Anführer half ihnen, diese aufzuteilen. So fürchtete sich der junge Mann, näher zu kommen, und dachte daran, wie töricht er gewesen war, sein Geld nicht zu behalten; zur gleichen Zeit, als er zum Zelt gegangen war, waren die Räuber unterwegs zu ihrem Raub, und er wäre ihnen auf jeden Fall entwischt. Die anderen hatten alles verloren, doch er hatte sich selber hereingelegt. Als er dies dachte und sich gerade abwenden wollte, rief der Anführer, er solle gefasst werden. Er näherte sich dem Anführer zitternd, weil er dachte, dass nun auch noch sein Leben in Gefahr sei. Der Anführer sagte: ‚Weshalb bist du hergekommen, und weshalb kehrst du nun wieder um?‘ Der junge Mann fragte: ‚Sind sie nicht der Räuberhauptmann? Weshalb sollte ich da nicht weggehen wollen? Was für einen Sinn kann es machen, herzukommen?‘ Der Hauptmann antwortete: ‘Junger Mann, ich habe Dein Geld zur Aufbewahrung erhalten, ich habe es Dir nicht gestohlen. Du hast mir vertraut, und daher ist dieses Geld mir anvertraut worden. Auch wenn ich ein Räuber bin, bin ich doch nicht unehrlich. Ich verdiene mein Geld mit Stehlen, nicht damit, dass ich Vertrauen breche. Du vertrautest mir das Geld an, und dein Geld ist in Sicherheit. Hier hast du es zurück‘. So war der junge Mann sehr erfreut, und dachte darüber nach, wie gut es wirklich ist, Vertrauen zu haben; umso mehr sogar dann, wenn man einem Dieb vertrauen kann, weil er sich selber vertrauenswürdig gezeigt hatte. Ich hange an Dir mit dem Vertrauen eines Kindes, trage Dein wunderschönes Bild in meinem Herzen. Ich suchte Zuflucht an Deiner Brust, Geliebter, und ich bin geborgen, wenn ich Deine Arme um mich herum spüre. Hazrat Inayat Khan - Gayan - Ragas |
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