Irgendwo auf dieser Welt lebt eine Gruppe Bettler.

Sie sehen aus, wie man sich Bettler so vorstellt; doch ihre Augen leuchten, sie beklagen sich nicht über ihr Schicksal, noch scheinen sie sich Sorgen zu machen.

Diese Bettler haben ein Geheimnis, ein kleines, nichts Besonderes: Jeden Morgen nach dem Erwachen führen sie eine kleine Übung aus:Sie schlüpfen durch ein Nadelöhr, um zu überprüfen, dass sie nicht zuviel für sich selbst beanspruchen.

Dann grüssen sie einander mit den Worten: 'Guten Morgen, König der Könige.'


Das 'Nadelöhr' ist eine Allegorie, mit der Jesus seinen Schülern einen Zusammenhang klarmachen wollte. In unseren Ohren und in unserer Vorstellung tönt es etwas absurd: 'Ein Kamel durch ein Nadelöhr'...

Doch wenn wir den kulturellen Zusammenhang, in dem Jesus dies erklärte, genauer betrachten, so kommen wir zu einem sehr naheliegenden Verständnis:

In den orientalischen Märkten - mit denen Jesus und seine Schüler ja bestens vertraut waren, ebenso wie heute die jüdischen und muslimischen Völker, führen viele schmale Gassen zum zentralen Marktplatz, wo aller Austausch stattfindet; diese schmalen Gassen gleichen dem 'Nadelöhr' der Allegorie.

Wenn nun ein 'Reicher' sein Kamel derart mit Waren und Vorstellungen bepackt, dass er nicht einmal zum Markplatz gelangen kann, so wird er das Ziel, den Austausch, den er ja sucht, nicht erreichen, alltägliche Weisheit.

 

Puran Hannes Füchslin

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